Herz Themen

Herz-Themen

 

Hier findest Du meine Stunden-Themen für 2026, die mir besonders am Herzen liegen….   

 

13. Juli 2026 „Mukti-Moksha“ (Befreiung)

Freiheit ist eine Entscheidung, die wir im Hier und Jetzt treffen. Sie erfordert unsere Bereitschaft, uns von allen Erwartungen und Zwängen zu trennen, die wir uns selbst auferlegt haben. Freiheit erfordert den Mut, nicht nur für sich selbst, sondern für alles, was uns wichtig ist, einzustehen. Verantwortung zu übernehmen und loslassen, was nicht länger zu uns gehört. Es ist die Fähigkeit, das Wort NEIN auszusprechen. Freiheit verlangt, dass du nicht tun musst, was du nicht willst. Aber es ist auch ein bewusstes Handeln ohne egoistische Motive, ohne anderen zu schaden.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will“.

(Genfer Philosoph Jean-Jaques Rousseau)

Während äußere Freiheit uns jederzeit genommen werden kann, bleibt die innere Freiheit bestehen – sie kann uns niemand nehmen.

Voraussetzung für innere Freiheit ist, dass Du deinen wahren Wesenskern kennst, so wie Friedrich Nietsche sagt: „Du sollst werden, wer du eigentlich bist.“ Die Yogapraxis erinnert uns immer wieder daran, zurückzukehren zu unserem SELBST, zu unserem Wesenskern, zu dem, wer du wirklich bist, um frei zu sein im Einklang mit der eigenen Natur.

Sind wir innerlich frei, können wir den Lauf der Dinge so akzeptieren wie er ist. Wir hören auf, etwas beschleunigen zu wollen, sind befreit von blindem Ehrgeiz. Unser Gefängnis ist oft die Vergangenheit, an der wir anhaften, an schmerzlichen Erinnerungen, die uns verfolgen, die Dramen, in die wir uns verstrickt haben. Es fällt nicht immer leicht, Glaubenssätze und alte Denkmuster loszulassen. Freiheit braucht ein klares Bekenntnis zu uns selbst.

Wenn wir innerlich frei sind bleibt die reine Essenz der Freude.

6. Juli 2026 – Die 3 Gunas

In unserer Alltagsrealität begegnen wir allen Dingen auf dreierlei Weise:

Wir empfinden Dinge als angenehm, unangenehm oder neutral.

Alle, was der Natur zugerechnet wird, besteht aus drei Grundbestandteilen (Qualitäten, Seinsweisen), die GUNAS genannt werden. Diese Kräfte wirken nicht nur in der Natur, sondern auch in jedem von uns.

Guna heißt wörtlich „Strang“ – wie ein Seil aus mehreren Strängen gefertigt ist, so sind auch alle Dinge in der Welt zusammengesetzt.

In der Yogaphilosopie werden die Gunas als sattva, rajas und tamas bezeichnet.

Sattva steht für Reinheit, Ausgeglichenheit und Harmonie. Es ist die Qualität der Zufriedenheit und Glückseligkeit. Im Yoga wird sattva als Qualität gesehen, die spirituelles Wachstum ermöglicht.

Rajas bedeutet Bewegung – im Menschen zeigt sich das in Form von Kraft, Leidenschaft aber auch von Gier und Ruhelosigkeit.

Tamas ist schwer, dunkel, träge, starr – steht aber auch für die Stabilität im Leben.

Psychologische Kriterien:

Sattva: Wo kann ich helfen, was ist nicht nur gut für mich, sondern auch für andere?

Rajas: Wer kann mir am meisten nützen?

Tamas: Was scheren mich die anderen (ist mir egal)?

Sind wir in einem stattvischen Zustand, den wir als Yogis anstreben, dann sind wir von Klarheit durchdrungen, aber auch von liebender Güte gegenüber uns und unserer Umwelt.

Die Gunas sind ein genialer Leitfaden und Kompass fürs Leben: Alle drei Gunas sind notwendig und auch immer in dir vorhanden – allerdings streben wir danach, sattva zu erhöhen.

Und so kann uns eine ausgeglichene Yoga-Stunde, in der alle dieser 3 Qualitäten vorkommen, in diesen sattvischen Zustand der Freude und Glückseligkeit bringen, so dass unser Geist und die daraus resultierenden Handlungen immer positiv und friedvoll sind.

B.K.S. Iyengar aus „Licht auf Yoga“:

Wenn sattva-Guna allein übrigbleibt, hat die menschliche Seele einen weiten Weg zum höchsten Ziel zurückgelegt.

 

29. Juni 2026 PURNA -Fülle – Erdbeervollmond

Der heutige Vollmond wird auch „Erdbeermond“ genannt – er symbolisiert die Zeit der Fülle in der Natur und fordert uns auf, innezuhalten und den Reichtum des Lebens bewusst wahrzunehmen.

Im Yoga gibt es das Konzept von Purna.

Purna heißt Fülle, Vollkommenheit, nichts fehlt.

Das Wesen der Fülle (purna – intrinsische Qualität) ist, dass sie durch nichts reduziert werden kann. Erinnern wir uns daran, dass wir stets von der Fülle des Lebens umgeben sind, die nicht zu erschöpfen ist. Wir sind Teil dieser Fülle. Die Fülle ist vollkommen, ganz, es fehlt an nichts, es gibt keinen Mangel.

Durch das Gefühl der Leere können wir überhaupt erst Fülle erfahren. Deshalb atmen wir im Yoga beispielsweise immer erst aus, um Platz zu schaffen für das Neue, die Fülle.

Um Purna zu erfahren, bietet uns die Yogaphilosophie – oder Yogapraxis noch ein „Gegenüber“ an – dieses Spiel mit der Leere. Denn wenn wir wissen, was Leere ist oder wenn wir einen Moment der Leere erleben, dann können wir eben auch erkennen, dass Purna als intrinsische Qualität, als innewohnendes Gut immer da ist.

Denn PURNA ist diese intrinsische Ganzheit und Einheit. Und vielleicht kennst Du das Gefühl nach der Praxis, es fehlt an nichts. Es ist alles da.

22. Juni 2026 Weltyogatag – Das Netz des Indra

Ind. Premieminister  Modi wollte die Welt 2015 mit Yoga verbinden und die Welt mit Indien.

Alles ist mit allem verbunden. Es gibt kein „getrennt-sein“.

Im Hinduismus und Buddhismus gibt es ein schönes Bild für die Verbundenheit.

Das Netz des Indra

Gott Indra hat ein Netz geknüpft und jeder Knoten darin ist ein in viele Facetten geschliffener Juwel. Wenn nun in einem Juwel eine Bewegung stattfindet, spiegeln alle anderen Juwelen diese Bewegung wider, werden von der Bewegung, die sie aufgenommen haben verändert und ihr verändertes Sein wird wiederum von allen anderen Juwelen gespiegelt.

Jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze und jedes Mineral – so sagt die Tradition – ist ein solches Juwel. Wenn also in einem Menschen eine Bewegung, eine Emotion stattfindet, wird sie von den Menschen in seiner Umgebung aufgefangen und weitergespiegelt.

Margrit Irgang, eine deutsche Schriftstellerin, hat dies ganz wunderbar mit folgenden Worten abgerundet:

Wie alle indigenen Völker wissen erinnern auch wir uns:

Wir sind so viel größer als das, war wir im Allgemeinen für unser Ich halten. Wir sind verbunden mit der Sonne, mit dem Regen, dem Wind und dem Schnee. Wir teilen diese Welt mit Tieren, Pflanzen und allen anderen Menschen. Wir sind eingebettet in eine Ganzheit, und in dieser Ganzheit lebt, atmet, webt an diesem großen Netz, das wir Leben nennen und wirkt auf uns ein.

Einer meiner Lehrerin hat mal gesagt: Yoga ist wie eine Liebesbeziehung, die man pflegt.

An solchen Tagen, wo wir gemeinsam Yoga zelebrieren dürfen, frage ich mich auch immer wieder, welche Bedeutung Yoga für mich hat – vielleicht fragt ihr euch das auch?

YOGA bedeutet übersetzt „anjochen“ bzw. verbinden. Einheit / Balance zu finden zwischen Körper, Geist und Seele.

Einer meiner Lehrerin hat mal gesagt: Yoga ist wie eine Liebesbeziehung, die man pflegt.

Diese Idee finde ich unglaublich schön, denn für alles was wir lieben – was uns wichtig ist – was uns etwas bedeutet -, nehmen wir uns Zeit, pflegen wir, kümmern wir uns, geben dem Raum.

„Man kann den Wert von Yoga nicht beschreiben – man muss ihn erfahren.“ (B.K.S. Iyengar)

Yoga ist immer ein Bewusstwerdungsprozess und führt uns zu unserer wahren Essenz zurück.

 

15. Juni 2026 Madhya – Litha (Sommersonnenwende)

Die kommende Woche steht ganz im Zeichen von Madhya – die Mitte. Die Kraft dieser Mitte die alles verbindet und uns letztendlich wieder zur Einheit führt.

Wir sind bereits im Monat Juni angekommen und blicken auf die erste Hälfte dieses Jahres zurück. Am 21.06. ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Wir feiern die Sommersonnenwende – auch „Litha“ genannt, die Sonnenkraft steht im Mittelpunkt. Dieses Sonnenfest im Jahrskreis teilt das Jahr in 2 Hälften. Litha steht in Verbindung mit dem Element Feuer (Sonnenkraft – Sonnwendfeuer) und Wasser (Reinigung-Klarheit). Sie markiert den kalendarischen Sommerbeginn. Die Energie der Sommersonnenwende ist immer für mehrere Tage spürbar, denn zwischen dem 21. und 24. Juni bewegt sich das Licht nur minimal. Es ist ein heiliger Zwischenraum (das kennen wir bereits zur Wintersonnenwende Ende Dezember). Nach dem 24. Juni werden die Tage tatsächlich wieder kürzer, auch wenn wir das abnehmende Licht fast nicht bemerken.

So lasst uns heute „diese Mitte“ im Juni feiern, so dass wir uns in der heutigen Yogapraxis aus einer stabilen Mitte heraus wohltuend ausdehnen.

Der Weise indische Philosoph Ksemaraja aus dem Kashmir-Shivaismus beschreibt in seinem Buch „Das Herz der Erkenntnis“ mit wenigen Worten eines der größten mystischen Geheimnisse wie folgt:

„Durch die Ausweitung der Mitte (Madhya) wird die Glückseligkeit des Bewusstseins erlangt.“

Dies können wir durch den Atem erfahren:

Einatmen – Stille, Ausatmen -Stille

Diese kaum wahrnehmbare Pause ist Madhya – der zentrale Punkt der Stille – die offene Tür in das Herz des Bewusstseins.

 

18. Mai 2026 – Achtsamkeit – Gewahrsein – im Hier und Jetzt

Der Spaziergang der Novizin:  Eine Zen-Lehre

Eine junge Novizin im Kloster ging schweigend mit ihrem Meister durch den Garten. Überall blühte Jasmin, und die warme Frühlingsluft war schwer von dessen intensivem Duft. Die Novizin, deren Gedanken gedanklich bereits bei den Aufgaben des nächsten Tages waren, hetzte mit schnellen Schritten voran.

Der Meister blieb plötzlich stehen und sagte leise: „Bleib stehen. Atme tief ein und rieche den Jasmin. Spüre deine Füße auf dem Weg.“

Die Novizin hielt inne, schloss die Augen, roch die süßen Blüten und spürte die Stille des Gartens.

Der Meister lächelte und lehrte sie: „Wenn du gehst, dann gehe. Wenn du riechst, dann rieche. Denke nicht an den morgigen Tag. Das Leben findet immer nur in diesem einen, einzigen Atemzug statt.“

Leben ist jetzt – genau hier. Das wissen wir natürlich alle, und nichtsdestotrotz verlieren wir uns häufig in Sorgen und Grübeleien, die unsere Zukunft betreffen oder sich um vergangene Ereignisse und Erlebnisse drehen. Die Achtsamkeitspraxis lehrt, den gegenwärtigen Moment bewusst wahr zu nehmen, ohne ihn zu bewerten. Sie schafft Klarheit und Gelassenheit. Sie hilft, durch ein aufmerksames im „Hier und Jetzt Sein“ Abstand zu sich zu gewinnen, um so das eigene Denken, Handeln und Fühlen zu reflektieren und bestenfalls neu zu gestalten

Was ist Achtsamkeit?

Die Achtsamkeitspraxis ist aus der buddhistischen Tradition heraus entstanden. Unter dem Begriff „Sati“ wird im Buddhismus das Verweilen im ungestörten Gewahrsein bezeichnet. Das klare offene Bewusstsein ist unsere wahre Natur. Wenn wir in ihm „verweilen“ ruht unser bewertender im Alltag ständig aktiver Geist. Und das ist höchste Lebendigkeit. In dieser Ruhe zeigen sich die Dinge der Welt, wie sie sind und nicht, wie wir sie haben oder nicht haben wollen. Wir sehen klar in dieser Stille und Ruhe – denn wir sind im Hier und Jetzt.

 „Der gegenwärtige Augenblich, das JETZT, ist der einzige Augenblick, in dem wir wirklich leben. Vergangenes ist vorüber, Zukünftiges noch nicht geschehen. Nur die Gegenwart steht uns zum Leben zur Verfügung.“ (Jon Kabat-Zinn)

 

11. Mai 2026 – Ishvara Pranidhana – Hingabe an das Höchste

„Mit der Hingabe an das Höchste wächst die Fähigkeit in uns, alles in seiner Göttlichkeit zu erkennen.“ Patanjali Yoga Sutra 2.45

Ishvara = Göttlichkteit, Schöpfung, Urquelle, Universum

Pranidhana = Hingabe

Das Vertrauen in eine universelle, höhere Kraft. Das Vertrauen in eine höhere Ordnung.

Ishvara Pranidhana ist eine innere Einstellung und entspringt aus deinem Herzen. Es hilft dir, das Bedürfnis nach Kontrolle und den Drang, Ergebnisse erzwingen zu wollen, los zu lassen. Hingabe ist das tiefe Vertrauen, dass alles einen Sinn hat und die Bereitschaft, sich dem Fluss des Lebens hinzugeben.

Sally Kempton beschreibt es wie folgt:

„Hingabe ist, als würdest Du auf einer Welle surfen. Die Energie weiß, wo du hingehörst und sie schiebt dich genau dorthin.“

Dieses Bild von Sally Kempton zeichnet ein wunderbares Bild, denn so ist Hingabe nicht etwa passive Selbstaufgabe, sondern erfordert auch Aktion, im richtigen Moment aufzustehen, die Balance auf dem Brettern des Lebens zu finden, sich mutig und voller Vertrauen den Wellen des Lebens anzuvertrauen und hinzugeben. Folge dem Rhythmus der universellen Lebenskraft.

So wollen wir heute mehr Hingabe und Vertrauen in unsere Yogapraxis legen, so dass Prana, die Lebensenergie frei fließen kann – und somit den Weg freimacht, um auch mehr Hingabe, mehr Aufmerksamkeit in unser Tun im Alltag zu legen.

Ishvara Pranidhana hilft uns zu vertrauen, wenn wir manchmal nicht wissen, wie es auf unserem Weg weitergehen soll, wenn die Dinge manchmal „Kopf stehen“ oder wir uns verloren fühlen. Diese Art der Hingabe lässt uns wieder Zuversicht schöpfen, dass sich unser Weg genau so zeigt, wie er sein soll – welche turbulenten Wellen das Leben auch immer schlägt. Wir brauchen im Leben Phasen der Ruhe, des Loslassens und Abwartens. Und das Vertrauen, dass wir von einer höheren Kraft, einer höheren Intelligenz gehalten und geführt werden.

 

4. Mai 2026 – Pancha  Koshas – die 5 Hüllen

Als Koshas (Hüllen) werden im Yoga die unterschiedlichen Schichten bezeichnet, mit denen wir Menschen uns selbst erfahren, denn wir sind weitaus mehr als nur unser physischer Körper. Alle fünf Hüllen durchdringen sich und wirken aufeinander ein – vom Grobstofflichen zum Feinstofflichen. Durch die Koshas können wir uns mehr ganzheitlich verstehen.

Mit unserer Yogapraxis können wir Einfluss nehmen auf ein ausgewogenes Zusammenspiel aller Koshas.

  1. Annamaya-Kosha (die aus Nahrung gemachte Hülle)
  2. Pranamaya-Kosha (die aus Energie gemachte Hülle)
  3. Manomaya-Kosha (die aus Verstand/Gedanken/Geist gemachte Hülle)
  4. Vijnanamaya-Kosha (die aus Wissen/Weisheit/Intuition gemachte Hülle)

Annamaya-Kosha: Unser physischer Körper. Er bildet sich aus der Nahrung, die wir zu uns nehmen. Er wirkt im Leben wie ein „Anker für die feineren Hüllen“.

Pranamaya-Kosha: Unser Energiekörper – bestehend aus Chakren – Nadis – Vayus. Prana wird erfahrbar gemacht durch den Atem.

Manomaya-Kosha: Diese Hülle umfasst unseren Emotionalkörper und einen Teil des Mentalkörpers und besteht aus Emotionen/Gefühlen und allen Prägungen und Erfahrungen unseres Geistes – unser Geist wird „geformt“ – Du bist nicht deine Gedanken.

Vijnanamaya-Kosha: Unser inneres Wissen, unsere Intuition – wenn wir unsere „citta vritti – manas“ hinterfragen, reflektieren. Unser tiefes inneres Erkennen, Verstehen. Wird als „Weisheit“ erfahren. Unseren Verstand somit bewusst einsetzen.

Anandamaya-Kosha: Die tiefste und innerste Hülle beherbergt unsere natürliche Fähigkeit, Glückseligkeit (Ananda) zu erfahren, die sich in Freude, Zufriedenheit, in der Liebe und in einer tiefen Spiritualität ausdrückt. Diese innerste Schicht umhüllt den Kern deines Seins – Atman, Sat Chit Ananda, Deine Seele. Der göttliche Funke in uns allen.

 

 27. April 2026 – Lila – das göttliche Spiel „Shiva und Shakti“

In der Nacht zum ersten Mai wird das Fest Beltane (Mondfest / Frühlingsfest) gefeiert.

Beltane läutet den Beginn der hellen, warmen Jahreszeit ein, die oft vom Kuckuck angekündigt wird.

Unter dem Namen Walpurgisfest ist dieses Jahreskreisfest besser bekannt.
Es ist ein Fest der Liebe, Lust und der Lebensfreude. Es symbolisiert den Übergang vom Frühling zum Sommer. Zugleich haben wir am 1. Mai auch Vollmond – der „Blumenmond“ – der Frühsommer entfaltet sich nun in seiner vollen Blüte. Apfel- und Kirschblüten stehen in voller Pracht. Lasst uns heute die Schönheit und Kraft der Schöpfung zelebrieren.

In Indien wird die Schöpfung gerne mit dem schönen Wort „Lila“ belegt. Reine Freude und Freiheit – das göttliche Spiel oder Tanz von Shiva (männliche Aspekt und steht für Höchstes Bewusstsein, Stille, Transzendenz) und dem Gegenpol Shakti (weibliches Prinzip steht für die formgebende Energie, Dynamik, die Kraft, die dich zum Handeln führt).

Gemeinsam erschaffen Shiva und Shakti durch den spielerischen Tanz der Dualität, genannt Lila, die Welt.

Die ganze Schöpfung manifestiert sich aus einer Art „frohem Tanz“ heraus. Aus purer Freude und voller Lust nimmt das Universum Formen an. Der spielerische Tanz zwischen diesen beiden Polen.

Durch die Asanas drücken wir uns aus – von innen nach außen – es geht nicht um die äußere Form, sondern um die intrinsischen Qualitäten in uns, die durch die Körperübungen zum Ausdruck finden.

20. April 2026 – Abhyasa und Vairagya

Gleich zu Beginn des Yoga-Sutra 1.12 weist uns Patanjali auf 2 Qualitäten hin, die wesentlicher Bestandteil deiner Yogapraxis sind, die dich auf deinem Yoga-Weg voranschreiten lassen:

Abhyasa und Vairagya

Abhyasa = Disziplin, Bemühen, Beharrlichkeit, Unbeirrbarkeit

Vairagya = Gelassenheit, frei von Anhaftungen, Zwanglosigkeit

Beide in Balance führen uns in die Ruhe des Geistes – in eine dynamische Stille.

Yogasutra (Leitfaden): Patanjali 1.12:

„Durch Üben und die Fähigkeit loszulassen kann unser Geist den Zustand von Yoga erfahren.“

Üben wir mit zu viel Abhyasa, wird unsere Yogapraxis starr, engstirnig, dogmatisch, zwanghaft. Überwiegt Vairagya werden wir träge, kraftlos.

Eine Mischung aus den beiden Qualitäten Enthusiasmus und Gelassenheit hilft uns, dass unsere Praxis nicht zwanghaft oder sogar fanatisch wird.

Abhyasa und Vairagya bedingen sich gegenseitig und wirken aufeinander, wie Sonne und Mond, wie Ebbe und Flut. Diese beiden Qualitäten sind wie zwei Flügel, die uns in die Stille tragen, zu uns selbst, in Balance zwischen Ausdauer und Leichtigkeit. (Ralf Skuban)

Patanjali wusste, dass wir auf unserem Yoga-Weg Willenskraft, Ausdauer und ein Maß an Bemühen brauchen, aber dass Erkenntnis nur dann erreicht werden kann, wenn alles in uns dazu reif ist. Deshalb werden wir eingeladen, uns entspannt und gelassen in die bewährten Schritte der Übungspraxis hinzugeben und darauf zu vertrauen, dass alles zu seiner rechten Zeit geschieht.

13. April 2026 – Stille

STILLE

Stille wird aus dem Staunen geboren
Aus einem offenen Geist
Der nicht krampfhaft Antworten sucht
Sondern zufrieden in die Fragen einsinkt
Dort bleibt, die aushält, ihnen lauscht
Und sich von ihnen zum Wesentlichen führen lässt

Stille atmet die Welt ein und aus
Ist Teil von ihr
Ist das verbindende Element zwischen allen Tönen
Zwischen den Menschen, sogar zwischen den Sternen
Stille macht Rhythmus überhaupt erst möglich
Sie ist die Pause zwischen zwei Atemzügen und zwei Herzschlägen
Oder auch zwei Sätzen einer Sinfonie
Stille fließt auf sanfte Weise
Schafft Raum für Zugehörigkeit und Entfaltung
Sie ist bescheiden und muss ihre Wichtigkeit nicht herausstellen
Stille umfängt alles und lächelt dem zu, was ist

(Dirk Grosser)

Gerade in der aktuellen Zeit, in der wir von Konflikten und Unfrieden in der Welt umgeben sind, rückt diese Unruhe oft nah an uns heran – aufwühlende Nachrichten, Informationen die uns beunruhigen. Wir haben das Gefühl, dass all das auf unseren Schultern lastet, sprichwörtlich „uns im Nacken sitzt“ oder „uns auf den Magen schlägt“.

Doch es gibt einen inneren Ort, der von den Stürmen und Herausforderungen des Lebens unberührt bleibt. Eine Oase des Friedens, ein Zufluchtsort, einen „secret space“, der in der Stille gründet.

In der Stille können wir uns selbst endlich wieder hören: Wir betreten den Raum unseres Herzens und unserer inneren Welt.

Ein Ort, der uns in die bedingungslose Annahme führt, der uns anerkennen lässt: „Das, was ist – ist – nicht mehr und nicht weniger“.

Bedingungslose Annahme bedeutet zuallererst schlicht anzuerkennen, was existentiell geschieht. „Das, was ist, ist – nichts weiter“.

Dieses Zulassen, dieses Annehmen „was ist“ bedeutet nicht, deine Gefühle zu ignorieren oder sofort aus der jeweiligen Emotion heraus zu handeln, sondern ihnen in uns mehr Raum zu geben. Nicht sofort zu reagieren. Um dann aus mehr Mitgefühl, aus dem Einklang des Herzens zu agieren. Das ist der Moment, wo wir aus dem inneren Frieden ins Handeln finden und so können wir den Frieden in der Welt nähren.

Yoga kann uns helfen, in einem stabilen, starken Körper und in eine innere Weite zu finden, so dass uns die äußere Welt nicht „eng“ macht. Über die Praxis können wir diesen inneren Raum so vergrößern, dass wir ein wenig mehr Platz haben – ohne dass die äußere Welt an uns anhaftet, zu nah an uns ran rückt – wir behalten diesen freien „secret space“.

Der innere Raum der Stille wächst allein dadurch, dass du die Aufmerksamkeit nach innen lenkst. Die äußere Welt ist immer noch da, aber rückt so ein Stückchen weiter von dir weg.

„Erlaube deinem Geist, nach innen zu gehen, immer wieder, um seine eigene innere Stille zu erfahren.“

23. März 2026 – Frühlingskraft „Ostara“ – open to grace

Wenn die Tage spürbar länger werden, das erste Grün aus der Erde wächst und die Luft nach Neubeginn duftet, lädt uns Ostara ein, innezuhalten und uns neu auszurichten.

Das 2. Fest im Jahreskreis  “Ostara” feiern wir am 20. März 2026– das 1. Sonnenfest im Jahreskreis geht ein her mit der Tag- und Nachtgleiche. Tag und Nacht sind exakt gleich lang. Jetzt werden die Tage länger – die Kraft der Sonne und das Licht des Frühlings sind spürbar, die Energie erwacht, die Lebenskraft und Vitalität nimmt zu. Das erwachende Leben wird zelebriert.

Ein guter Zeitpunkt, sich dem Neuen in unserem Leben zu öffnen und sich neu auszurichten.

Hierzu passt das 1. Ausrichtungsprinzip (von 5 Ausrichtungsprinzipien) im Anusara Yoga “open to grace“.

„open to grace“ kann man übersetzen als „sei offen, sei empfänglich, umarme das Leben und fließe mit ihm“.

Es beschreibt eine innere Haltung, offen zu sein für das volle Spektrum des Lebens – die Bereitschaft, das ganze Leben zu umarmen – die Aspekte, die uns leichtfallen aber auch diejenigen, die wir als unbequem und schwierig empfinden. In der Philosophie von Anusara Yoga wird „Grace“ als „Gnade“ definiert – die transformierende und offenbarende Kraft des höchsten Bewusstseins. Oder als die Bereitschaft, sich für etwas zu öffnen, das grösser ist als man selbst. Das Konzept der Gnade offenbart uns die Schönheit des Lebens – staune über die Wunder deiner Existenz!

 

16. März 2026 – Upeksha – Geduld/Gelassenheit/Gleichmut

Die Geduld / Gelassenheit (Upeksha) ist eine innere Haltung, eine innere Einstellung zum Leben und hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun.

Die Gelassenheit ist eine bewusste Entscheidung dafür, die tatsächliche Realität anzunehmen.

„Gelassenheit nimmt das Leben ernst – aber nicht schwer.“

Sie zählt zu den 4 heilsamen Qualitäten im Yoga (auch Herzensqualitäten genannt).

Maitri                     Liebe, Metta, Güte

Karuna                    Mitgefühl

Mudita                    Mitfreude

Upeksha                Geduld, Gelassenheit, Gleichmut

Das Kultivieren dieser Qualitäten harmonisiert den Geist und führt zu Klarheit und innerer Ruhe.

Upeksha ermöglicht es uns, die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Lebens mit Gelassenheit und innerer Ruhe zu akzeptieren.

Upeksha erlaubt uns aber auch an etwas dran zu bleiben. So bleiben wir geduldig aber doch beharrlich auf unserem Weg, auch wenn Hindernisse auftreten oder die Dinge nicht so verlaufen, wie wir es uns wünschen. Es ermöglicht uns auch unter erschwerten Bedingungen gelassen und zuversichtlich zu bleiben.

In unserer Yogapraxis unterstützt uns Upeksha, auch in herausfordernden Asanas ruhig zu bleiben und den Atem als Anker zu nutzen. Sind wir mit uns selbst geduldig, dann werden wir es auch mit anderen sein.

 

9. März 2026 – Viveka – die Unterscheidungskraft

Viveka ist die Unterscheidungsfähigkeit/Unterscheidungskraft zu erkennen, was wesentlich und was unwesentlich ist, was vergänglich und was unvergänglich ist, was essentiell und was oberflächlich ist. Viveka ist die klare Unterscheidung zwischen Illusion und Wahrheit.

Mit Hilfe von Viveka schärft sich unser Blick und unsere Empfindung dafür, was uns wirklich – und nachhaltig – guttut, was uns nährt und was uns stärkt.

Viveka ermöglicht uns zu erkennen, durch welche Wahrnehmungsmuster aus der Vergangenheit (Samskaras) wir negativ beeinflusst werden. Sobald der Geist das Wesentliche (vidaya) erkannt hat, wird er das Unwesentliche/den Irrtum (avidaya) hinter sich lassen können. So können wir uns lösen von den Samskaras – den Spurrillen unseres Geistes – und erkennen, was tatsächlich ist. Und somit können wir auch uns selbst wieder erkennen! Gerade in Zeiten der globalen Digitalisierung und der KI ist es unabdingbar, Viveka in unser Leben und in unseren Alltag zu integrieren.

Wenn es dir gelingt, Viveka nicht nur im Verstand, sondern auch im Herzen zu verankern, wird dein Blick feiner und klarer. Du findest inneren Frieden und Authentizität. Schleier und Nebel lüften sich, und du erkennst, was dich wirklich nährt und füllt.

Es ist wie ein Nachhausekommen, nicht an einen äußeren Ort, sondern ganz bei dir selbst.

Viveka ist wie ein inneres Licht das dir hilft, dich nicht in den Verwirrungen der Welt zu verlieren, sondern klar zu erkennen, was wahr und wesentlich ist.

Die heutige Yogapraxis mit Meditation, Pranayama und Asanas unterstützt dich mit der Unterscheidungsfähigkeit, welche Prioritäten du in deinem Leben setzen willst. Sie schafft Klarheit und innere Ausrichtung.

 2. März 2026 – Chit Ananda

Am Dienstag, den 3. März 2026 ist wieder Vollmond – auch „Wurmmond“ genannt. Der 3. Vollmond im Jahreskreis – mit dem der Frühling nun langsam zurückkehrt. Wir wollen diese Energie nutzen – wenn die Natur nun nach dem langen kalten Winter wieder freudvoll erwacht – um in unsere eigene Kraft und Freude zu stabilisieren und zu ankern.

Chit ist das Bewusstsein, das SELBST, deine Essenz – der Ort, wo du dir am nächsten bist.

Ananda ist die Freude und die Glückseligkeit – sie ist eine innere Erfahrung.

Ananda ist dieses innere Konzept, erfahrbar zu machen, dass wir eine innewohnende Freude in uns tragen. Eine stille Freude, die keinen Impuls von außen braucht, die aus sich selbst heraus entsteht. Ananda ist der schöpferische, kreative Ausdruck deines SELBST.

Je mehr wir in Chit (dem SELBST) eintauchen, uns nach innen wenden, desto mehr können wir den freudvollen Ausdruck im Leben finden, aus einer lebensbejahenden inneren Haltung heraus handeln.

Die heutige Praxis unterstützt dich, einen Zustand der inneren Zufriedenheit, einer positiven Einstellung zum Leben und der Freude zu kreieren.

 

 23. Februar 2026 – Die Samskaras

Zitat Jack Kornfield:

„Erst wenn man seine Lebensgeschichte mit allen daran geknüpften Hoffnungen und Ängsten loslässt, und allen vergangenen Kummer, kann der Geist zur Ruhe kommen und das Herz sich öffnen.“

Dieses Zitat von Jack Kornfield erinnert uns in der Yogaphilosopie an „Samskaras“ – den Verhüllungen, den Schleiern, den Hindernissen, die uns auf dem Weg zu innerer Freiheit, innerem Frieden und Glückseligkeit hindern.

Samskaras sind wie Spurrillen, die sich aus vergangenen Erfahrungen, Erlebnissen, Erinnerungen in unseren Geist „eingebrannt“ haben. Es sind Gewohnheitsmuster, Prägungen, aus denen heraus wir handeln und funktionieren. So gibt es negative aber auch positive Samskaras.

Meistens identifizieren wir uns im Alltag mit den negativen Spuren unseres Geistes. Diese engen uns ein, halten uns klein und lassen uns immer wieder gleich reagieren. Wie eine Schallplatte, auf deren die eingeprägten Lieder immer und immer wieder abgespielt werden. Wo wir glauben, bewusst wahrzunehmen, zu denken, zu entscheiden und zu handeln ist es tatsächlich oft so, dass Programme sich abspielen – und unser Handeln auf subtile Weise beeinflusst wird, anstatt das Bewusstheit zugegen wäre. Wir verkleben, verstricken uns, identifizieren uns mit diesen Gedanken, so dass wir glauben, wir sind diese Gedanken, diese Gedanken sind die Realität. Aber das ist nicht die absolute Wahrheit und somit erzeugen diese Identifikationen in uns oft Unwohlsein, Schmerz, Traurigkeit.

Die Yogapraxis unterstützt uns dabei, bewusster wahrzunehmen und in diesem bewussten Moment diese negativen Samskaras zu unterbrechen und umzuprogrammieren, und somit angemessen und sinnvoll zu handeln. Ohne uns und anderen mit unserer Reaktion zu schaden. Das schenkt uns innere Freiheit, Zufriedenheit und Glückseligkeit.

 

9. Februar 2026 – Die 5 Vayus

In den letzten Tagen haben wir bereits die Energie des bevorstehenden Frühlings in der Natur gespürt. Der Begriff Energie ist im Yoga ein sehr wichtiger Aspekt – denn Energie ist Prana. Prana ist die Lebenskraft / Lebensenergie in unserem Körper, sie durchdringt und pulsiert in jeder Zelle und erfüllt so unseren Körper mit Leben. Wenn wir von Prana sprechen wenden wir uns dem feinstofflichen Körper zu.

Die Art und Weise, wie sich die Lebenskraft (Prana) in unserem Körper verhält, steuern die

5 Vayus, übersetzt als „die 5 Winde des Prana“.

Alle Vayus zirkulieren und durchströmen den gesamten Körper und sind somit im ganzen Körper wirksam.

Wir können über die Bewegungsdynamik der Vayus unseren Energiehaushalt unterstützen und damit unseren physischen Körper stärken, harmonisieren und Ausgleich schaffen.

Durch die Arbeit mit den Vayus wird unsere Yoga-Praxis subtiler, feiner. Mit Ihnen wird Yoga zu einer lebendigen Verbindung zwischen dem physischen Körper und dem Energiekörper.

Apana-Vayu

Kraft, die abgibt, also Ausatem, Ausscheiden auf körperlicher Ebene, Loslassen auf mentaler Ebene

Sitz im Beckenboden  – (Erdung / Stabilisierung in Standhaltungen)

Samana-Vayu

Kraft in der Körpermitte – verdauen von Nahrung aber auch von Informationen und Emotionen – bringt uns ins Gleichgewicht

Sitz in der Nabelregion – (z. B. Twists und Core-Übungen)

Prana-Vayu

Kraft, die aufnimmt, also Einatem. Nahrungsaufnahme, Aufnehmen von Eindrücken, Emotionen, Wahrnehmungen – Prana Vayu regiert alle inneren Bewegungen 

Sitz ist das Herz (z. B. Rückbeugen)

Udana-Vayu

Kanalisiert Prana auf dem Weg von unten nach oben und sitzt im Kehlraum – Kraft der Kommunikation, Ausdruck durch Sprache – steht auch für unser spirituelles Wachstum

Sitz im Kehlraum  (z. B. Umkehrhaltungen und Armbalancen)

Vyana-Vayu

Verbindet alle Vayus miteinander und gleicht aus (Nerven- und Hormonsystem)

Ausgehend vom Herzzentrum bewegt es sich über den ganzen Körper.

z. B. Sonnengruß, Herabschauender Hund, Rückbeugen 

 

 2. Februar 2026 – Kraft, Licht und Stille (Imbolc)

Am Sonntag war der 2. Vollmond (Schneemond) im Jahr 2026 und wir feiern das erste Jahreskreisfest:

Imbolc (Lichtmess – Ende der Weihnachtszeit)

Es ist das 1. Fest der 3 Frühlingsfeste und ein Mondfest. Der Februar ist die Zeit zwischen Winterruhe und Neubeginn – in der Natur, wie in uns selbst. Dieser Wandel geschieht nicht abrupt – sondern leise, sanft und beständig, wie eine zarte innere Flamme.

Yoga unterstützt uns, diese Flamme, dieses innere Leuchten zu nähren: mit bewusstem Atem und einer Praxis, die zwischen Kraft und Stille Harmonie schafft.

So wie der weiße Schnee noch still die Erde bedeckt, und doch im Inneren bereits die ersten Kräfte der Samen und Wurzeln in Bewegung kommen.

Die Praxis heute gibt Dir Raum für das was ist und was in dir entstehen möchte.

Wir schaffen Balance zwischen Kraft, Licht und Stille.

 

 26. Januar 2026 – Spanda

In dieser Praxis geht es um das pulsierende Prinzip von Spanda. Spanda erfüllt das gesamte Leben mit Puls, mit einer Lebendigkeit, letztendlich ist Spanda die Bewegung des Universums. Übersetzt bedeutet Spanda „Schwingung“.

Alles ist Vibration, Pulsieren, Schwingung. Diese Schwingung des Lebens vollzieht sich in einem ewigen, wellenförmigen Rhythmus von Expansion und Kontraktion, von Licht und Dunkelheit. In der Regel erleben wir den Prozess der Ausdehnung als angenehm. Wir spüren Leichtigkeit, erfahren Fülle. Die Sonne strahlt uns regelrecht ins Gesicht. Dagegen erleben wir die Kontraktion eher als Krise oder Rückschlag.

Dieses Schwingen dieser vermeintlichen Gegensätze kreiert letztendlich Harmonie – Balance und gehört zu einer Ganzheit – einer Einheit – wie die zwei Seiten einer Medaille.

Das Konzept von Spanda in unser Leben zu integrieren bedeutet die Fähigkeit, uns von der Welle des Lebens tragen zu lassen, statt verbissen gegen sie anzurudern.

Um dieses Prinzip erfahrbar zu machen, können wir uns bewusst mit dem Atem verbinden. Im Anusara Yoga nutzen wir in der Praxis die muskuläre Energie (zieht von der Peripherie zur Mitte – stabilisierend) und die organische Energie (dehnt sich von der Mitte aus in die Peripherie).

 

 19. Januar 2026 – Sankalpa

Wir brauchen eine Praxis, die Verbindung mit dem Herzen – dem eigenen inneren SELBST schafft.

Dieser innere Anker hilft uns, dem Weg unseres Herzens zu folgen.

San – Verbindung zur höchsten Wahrheit

Kalpa – Versprechen

Diese Verbindung zum Herzen ist die Basis, um in Verbindung mit unserer inneren Quelle – unserer höchsten Wahrheit zu finden. Es ist das Versprechen, deine höchste Wahrheit zu leben. Sankalpa reflektiert deine Herzens-Intention (Absicht). Wie ein innerer Kompass, der aus dir selbst entsteht, der dich führt, und der dir letztendlich so ein sinnvolles und bedeutsames Leben ermöglicht, weil du eben aus dieser inneren Verbindung heraus handelst.

Dein Sankalpa ist wie ein Samenkorn, das du in die Erde legst – im Vertrauen, dass es zur rechten Zeit aufgeht.

12. Januar 2026 – Sattva

Wir stehen am Anfang eines neuen Jahres – es öffnet sich ein neuer Raum – eine Einladung, uns neu auszurichten.

Dieses Jahr steht für eine Zeit des Wandels, des Umbruchs, eine Zeit für Dynamik und Kraft.

2026 lädt uns ein, klarer zu werden.

Sattva bedeutet Reinheit oder Klarheit und ist eine Eigenschaft, nach der jeder Yoga-Praktizierende strebt.

Die Yogapraxis unterstützt uns, klarer im Geist zu werden, alle Schleier (Samskaras – Fahrrillen unseres Lebens – Erfahrungen, Erlebnisse) zu lösen um zu unserem klaren, wahren Wesenskern zurückzufinden.

Das abgeben, was zu schwer geworden ist, was uns nicht mehr dient.

Die Klarheit in der bewussten Yoga-Praxis – in den Asanas – bringt uns auch zu einer mentalen Klarheit, bringt uns Kraft und eine gewisse Resilienz.

Wer in sich klar ist, dessen Licht strahlt hell auf dem Weg zum Ziel.